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Das Thema Arbeitskräfte-Nachwuchs habe für die Maschinenbau-Branche eine "Riesenbedeutung". Die duale Ausbildung sei "ein bisschen in Misskredit" geraten, wenngleich sie für die deutsche Wirtschaft den "Kern unseres Erfolgsmodells" bedeute: "So sehr wir uns den Ingenieur wünschen, so sehr brauchen wir den Meister." Dies hat der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagebau (VDMA), Carl Martin Welcker, im Ausschuss für Wirtschaft und Energie herausgestellt.

Ein großes Problem beim Dualen System sei die "dramatisch schlechte Vorqualifikation" in der Schule, gerade was Physik und Chemie betreffe. Dabei seien die Anforderungen gestiegen. Vom Mechatroniker heute werde deutlich mehr gefordert als einst vom Schlosser.

Welcker unterstrich die Bedeutung der Außenwirtschaft für die 35 Einzelfachverbände des VDMA mit insgesamt einer Million Beschäftigten. Die Unternehmen seien mit einer Exportquote von 75 Prozent "von offenen Märkten hochgradig abhängig". Nachdrücklich warb der Kölner Unternehmer für den Bestand des EU-Binnenmarkts. 50 Prozent der Maschinen würden in die EU geliefert. So riet Welcker dazu, mit Großbritannien auch nach dem Brexit "vernünftige Wirtschaftsbeziehungen" zu unterhalten und "nicht gleich in eine Blockadehaltung" zu verfallen.

"Sehr, sehr große Sorgen" bereite die Entwicklung in den USA. Auf Überlegungen dort, Importzölle zu verhängen, dürfe die europäische Politik indes "mit Sicherheit nicht mit Gegenzöllen" reagieren. Welckers Empfehlung: "Gespräche, Gespräche, Gespräche." Denn: "Wir haben die besseren Argumente." Etwa den Hinweis, in welchem Umfang deutsche Unternehmen in den USA selbst produzierten. Er empfahl, auf die Republikaner zuzugehen - eigentlich "klassische Vertreter des Freihandels".

Auf Welckers Wunschliste an die Politik stand die Stärkung der Außenhandelskammern, die "chronisch unterbesetzt" seien. Sie hätten aber gerade für mittelständische Unternehmen, wie sie den VDMA prägten, eine große Bedeutung. Die Hermes-Bürgerschaften für Exporte müssten "auf eine breitere Basis" gestellt werden. Sie für Kraftwerksbauten zu bekommen, sei kein Problem, wohl aber, wenn es um "kleinteiligere Anlagen" gehe.

Zudem machte sich der Präsident für den Abbau von Bürokratie stark. Allein sein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 100 Millionen Euro müsse 135.000 Euro pro Jahr für die Prüfung von elektrischen Leitungen bis hin zur Kaffeemaschine ausgeben: "Das macht nichts sicherer, das kostet nur Geld."

Beim Ausbau der Digitalisierung mahnte Welcker eine raschen Aufrüstung an: "Wir brauchen nicht Mega, wir brauchen Giga." Überdies müsse die Politik einen "Rechtsrahmen" setzen. Etwa: "Wem gehören welche Daten ab welchem Zeitpunkt?" Die Frage werde bei Maschinenlieferungen zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Quellcode wichtig. "Wenn nichts geschieht, wird es ziemlich bald hakelig", meinte er. Wobei er andererseits als Wunsch der Wirtschaft unterstrich: "So wenig Rechtsrahmen wie nötig."

"Auf dem falschen Weg" ist die Politik nach Überzeugung des Präsidenten, wenn es um die einseitige Propagierung von Elektro-Mobilität gehe. Die Regierung habe sich auch angesichts der noch offenen Batterie-Fragen "zu sehr auf reine E-Mobilität verlegt". Für die Unternehmen sei es allerdings "völlig wurscht", ob sie nun Verbrennungsmotoren oder Elektromotoren herstellen sollen: "Der Maschinenbau wird es umsetzen."

(Quelle: Deutscher Bundestag)