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IfKom Pressefoto 6 09 03 2017 thumbDie Digitalisierung dringt unaufhörlich in alle Arbeitsbereiche vor. Dies gilt selbst für klassische Handwerksberufe. Zudem stehen wir vor einer gesamtgesellschaftlichen Herausforderung, Digitalisierung nutzbar zu machen (Stichwort: Effizienz- und Komfortsteigerung) und zugleich ihr Schadenspotenzial weitestgehend zu eliminieren (Stichwort Darknet und Digital Mobbing). Um diese zu meistern, brauchen wir eine umfassende digitale Bildung, die statt des Technologiehandlings immer stärker die Technologieverantwortung und –mitgestaltung in der Anwendung in den Mittelpunkt stellt. Dies war Gesprächsthema der IfKom - Ingenieure für Kommunikation und IPW - Ingenieurpädagogische Wissenschaftsgesellschaft mit der Bundestagsabgeordneten Saskia Esken. Sie ist u.a. Mitglied im Ausschuss Digitale Agenda sowie im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung.

Die Prozesse der Digitalisierung verändern sich immer schneller. „Daher benötigen wir entsprechende Bildungsangebote“, merkte der Bundesvorsitzende der IfKom, Dipl.-Ing. Heinz Leymann, an und fügte hinzu: „Wer den Anschluss an das digitale Mitgestalten verliert, vermindert seine Chance auf dem Arbeitsmarkt“. Deutschland braucht digitales Wissen, um global wettbewerbsfähig zu sein.

Die digitale Bildung beginnt bereits schon in der Schule. „Im Umbruch der Informations- und Kommunikationskultur, im Umgang mit klassischen und „neuen Medien“, mit Fake News, Hate Speech und dem Einsatz von Social Bots müssen wir mehr denn je lernen, Informationen kritisch einzuschätzen, Quellen auf ihre Seriosität hin zu beurteilen“, betonte Saskia Esken und ergänzte: „Dabei ist es entscheidend wichtig, dass Schülerinnen und Schüler Digitales nicht nur konsumieren, sondern sich auch ausprobieren können im „Machen“ von Medien, Materialien und Programmen“. Hierzu sind die Schulen mit technischem Know how besser auszurüsten. In diesem Zusammenhang begrüßen IfKom e. V. und IPW e. V. die Investitionsoffensive des Bundes in Höhe von jährlich 3,5 Milliarden Euro für Deutschlands Schulen. Klassische Schulbücher werden mehr und mehr der Vergangenheit angehören.

Neben unseren Schulen benötigen wir eine digitale Bildungsoffensive gleichsam in Aus- und Weiterbildungsstätten, Hochschulen und Einrichtungen der Erwachsenenbildung. „Die digitale Arbeitswelt erfordert einen neuen Facharbeitertypus, der in der Lage ist, Produktions- und Logistikprozesse ebenso zu algorithmieren wie einen automatisierten Kapitalfluss“, wies Prof. Dr. Ralph Dreher hin, der Vizepräsident der Ingenieurpädagogischen Wissenschaftsgesellschaft (IPW) ist. An seinem Lehrstuhl bildet er Lehrkräfte für die beruflichen Schulen und Kollegs aus. Sein Forschungsschwerpunkt ist die perspektivische Erfassung der Veränderungen in der Arbeitswelt durch die Digitalisierung und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für berufliche Bildungsprozesse sowie für die darauf dann abzustimmende Lehrerbildung und fügte hinzu: „Die digitale Welt kann zu einer nachhaltigen Entwicklung in den Bereichen Wasser-/Nahrungsmittelversorgung, Infrastruktur, medizinische Versorgung und der Angleichung von Bildungschancen führen, die eine globale Freiheit und gleiche Chancen für alle Menschen sicherstellt.“

Saskia Esken, IfKom und IPW sind sich einig, dass in einer demokratischen Gesellschaft der Einzelne in der heute schon realen digitalen Welt befähigt werden muss, Informationen und Nachrichten zu bewerten, Netzwerke konstruktiv zu benutzen und somit seine Möglichkeiten zur Fortgestaltung von Technik, Arbeitswelt und Gesellschaft einzubringen.