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Lokale Bündnisse werden in vielen Kommunen zunehmend als Instrument genutzt, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Über freiwillige Vereinbarungen von Kommunen, Wohnungswirtschaft, Eigentümern und weiteren Partnern gelingt es vielerorts, den Wohnungsbau zu stärken. Das geht aus einer vom Bundesbauministerium und vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) vorgelegten Studie hervor.

Für die Studie führten die Forscher eine Kommunalbefragung in Städten durch, die unter Wachstumsdruck stehen. Insgesamt identifizierten sie knapp 90 Bündnisse. In 15 Städten analysierten die Forscher vertieft lokale und regionale Bündnisse, darunter Metropolen wie Berlin, Hamburg und Frankfurt am Main, aber auch Universitätsstädte wie Münster, Freiburg im Breisgau oder Konstanz.

„Wir beobachten, dass die Zahl der lokalen Bündnisse stetig wächst. Die Bündnisse sind dann besonders erfolgreich, wenn sie in den Rathäusern zur Chefsache erklärt werden und möglichst im Ergebnis konkrete bauland- und liegenschaftspolitische Maßnahmen umfassen“, sagt der stellvertretende Leiter des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), Dr. Robert Kaltenbrunner. Die Partner formulieren Ziele und entwickeln gemeinsame Konzepte, um die lokalen wohnungspolitischen Herausforderungen anzugehen. Mit ihren individuellen Ansätzen erreichen sie lokalspezifische Lösungen. „Der Vorteil sind kurze Abstimmungswege, so dass Projekte schneller umgesetzt werden können“, sagt Kaltenbrunner.

Den Bündnissen gehören neben den Stadtverwaltungen, der Wohnungswirtschaft und den privaten Eigentümern Mieter- und Vermietervereine, Architektenkammern, Sozialverbände sowie andere Partner an. Lokale Bündnisse sind unterschiedlich organisiert: Sie reichen vom Erfahrungs- und Informationsaustausch über die gemeinsame Analyse des Wohnungsmarktes und Konzeptentwicklung bis hin zu stark umsetzungsorientierten Bündnissen. „In den Städten sind neue und dauerhafte Kooperationen zwischen privaten Investoren, Bauträgern und kommunale Wohnungsunternehmen entstanden, um bei Neubauvorhaben bezahlbaren Wohnraum für Haushalte aus verschiedenen Einkommensschichten realisieren zu können - sei es im frei finanzierten oder geförderten Wohnungsbau“, so Kaltenbrunner.

Download der Studie: http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/Sonderveroeffentlichungen/2017/lokale-buendnisse.html

Quelle: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung