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ZBI Pressefoto 2017 12 04 Wittke Thies thumbWelche technischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen müssen geschaffen werden, um Deutschland erfolgreich in eine digitale Welt zu bringen. Diese Fragen waren Gegenstand des Gesprächs des ZBI e.V. (Zentralverband der Ingenieurvereine) mit den Bundestagsabgeordneten Oliver Wittke und Hans-Jürgen Thies (Beide CDU) kürzlich in Soest. Wittke ist ordentliches Mitglied im Bundestagsausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur und war Verkehrsminister von Nordrhein-Westfalen. Thies ist neu im Deutschen Bundestag.

Der digitale Wandel in Deutschland bringt enorme Herausforderungen mit sich, der alle Bereiche betreffen wird. Dies gilt auch für die Politik. Folglich begrüßt der ZBI, dass das Thema Digitalisierung in den Wahlprogrammen der Parteien einen hohen Stellenwert hat. So sieht die CDU/CSU-Bundestagsfraktion die Digitalisierung in der kommenden Regierung als Chefsache an. Beabsichtigt ist die Position eines „Staatsministers für Digitalpolitik“ im Bundeskanzleramt.

„Die politische Verantwortung für die Digitalisierung muss in einer Hand liegen, um ein Kompetenzgerangel zu vermeiden“, merkte Dipl.-Ing. Wilfried Grunau, Präsident des ZBI, an und fügte hinzu: „Wir brauchen eine neue politische Leitlinie, um die Digitalisierung insbesondere im Mittelstand noch mehr zu fördern. Die besten Ideen und Konzepte gehen oft ungenutzt verloren, weil zum einen die technischen Infrastrukturen nicht ausreichend gegeben sind, zum anderen die notwendigen politischen Reformen nicht progressiv genug umgesetzt werden“.

„Eine große politische und gesellschaftliche Herausforderung wird es sein, mit neuen und sicheren Arbeitsplätzen und einer höheren Lebensqualität den digitalen Fortschritt allen Menschen gleichermaßen zugutekommen zu lassen. Die Digitalisierung ist mit großen Chancen für Deutschland, seine Bürgerinnen und Bürger und seiner Wirtschaft verbunden“, erklärte Oliver Wittke.

Alle Wahlprogramme sehen einen Handlungsbedarf beim Breitbandausbau. „Künftig werden Fabriken bei Industrie 4.0 über die Internetplattform vernetzt sein, wobei intelligente Maschinen selbstständig Fertigungsprozesse koordinieren werden“, betonte Dipl.-Ing. Heinz Leymann, Vizepräsident des ZBI und ergänzte: „Die Anstrengungen im Bereich des Breitbandausbaus müssen verstärkt werden, in dem mehr Glasfasern in die Fläche gebracht werden. Schließlich ist der flächendeckende Breitbandausbau das Rückgrat der Digitalisierung“.

Oliver Wittke unterstrich: „Die CDU sieht gleichsam die Notwendigkeit eines verstärkten Ausbaus von Glasfasern. In unwirtschaftlichen Gebieten ist dieser staatlich zu fördern. Die CDU setzt hierbei auf die Einnahmen aus der Frequenzversteigerung für die 5G-Mobilfunknetze“. Im Rahmen der Digitalisierung hat die CDU das Ziel formuliert, am Ende des Transformationsprozesses in Deutschland mehr Arbeitsplätze zu haben als heute. Hierzu merkte Hans-Jürgen Thies an: „Den Vorsprung der industriellen Produktion will die CDU auch auf Dienstleistungen und Verwaltung ausdehnen und sehen u.a. Mikroelektronik, Automobilindustrie, Dienstleistungen und Startups als Schwerpunkte an“.

Der ZBI sieht darüber hinaus die digitale Bildung für eine der wichtigsten Investitionen in die Zukunft, die auf allen Bildungsebenen gleichermaßen ernst genommen werden muss. Dies gilt gleichermaßen für Schulen und Hochschulen sowie für Berufstätige im Rahmen von Weiterbildungsmaßnahmen. Neben der technischen Ausstattung an Schulen und Hochschulen benötigen wir vielmehr ein schlüssiges Bildungskonzept für Lehrer und Hochschullehrer. Dies darf nicht an föderalen Bildungsstrukturen scheitern. Mehr denn je ist eine interdisziplinäre Ausrichtung gefragt. Das muss bereits in die Ausgestaltung der Studiengänge hineinfließen.

Nach Aussage von Thies und Wittke setzt die CDU auf den Digitalpakt, der bereits in der letzten Regierungsperiode angekündigt wurde. Zudem will die CDU für eine Anbindung aller Schulen und Hochschulen an das schnelle Internet sorgen, eine Bildungs-Cloud schaffen sowie eine „Nationale Weiterbildungsstrategie“ auflegen.