Der Bundesvorsitzende der IfKom, Dr. Heinz Leymann, war kürzlich Gast auf dem Neujahrsempfang der CDU in Castrop-Rauxel, bei dem er die Gelegenheit hatte, persönlich mit Hubert Hüppe, Bundesvorsitzender der Senioren-Union der CDU Deutschlands und ehemaliger CDU-Bundestagsabgeordneter für den Kreis Unna, zum Thema „Nachhaltige Technikentwicklung auch für ältere und beeinträchtigte Menschen“ zu sprechen.
In einer immer mehr digital werdenden Welt steigt die Unsicherheit insbesondere bei älteren Menschen im Umgang mit neuen technischen Geräten, die zunehmend komplexer werden und infolgedessen aus der Sicht der IfKom hohe Anforderungen an potenzielle Benutzerinnen und Benutzer stellen. Zudem beschleunigt sich der Generationswechsel technischer Geräte, der die Bedienungskompetenz weiter ansteigen lässt. „Unter dem Fokus der Humanität müssen hierbei auch Menschen mit Beeinträchtigung berücksichtigt werden und somit eine hohe Gestaltungsverantwortung von Technikerinnen und Technikern sowie Ingenieurinnen und Ingenieuren verlangt“ betonte Leymann und fügte hinzu: „Dies bedeutet, für Ältere und Menschen mit Beeinträchtigungen sind im Kontext einer sozial-ethischen Verantwortung menschenfreundliche Technologien zu entwickeln, die die Bedienung von Geräten erheblich vereinfachen.“
Beispielsweise leben nach dem DBSV - Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. etwa 1,2 Mio. Menschen mit Sehbehinderung in Deutschland. Diese Zahl wird sich durch die Alterung der Gesellschaft voraussichtlich erhöhen. Viele elektronische Geräte bedeuten für sensorisch beeinträchtigte Personen große Barrieren, weil sie in zunehmendem Maße visuelle Kontrolle erfordern. Damit diese Menschen nicht im Abseits stehen, sind Technologien zu entwickeln, die die Bedienung und die Handhabung der Geräte leicht und verständlich machen, die für eine barrierefreie Nutzung die notwendigen Handlungsabläufe beim Gebrauch des Geräts sowohl kognitiv, visuell, haptisch als auch auditiv berücksichtigen. Weiterhin sind im Rahmen der Humanität nachhaltige Technologien zu entwickeln, die das Zusammenleben beeinträchtigter und nicht beeinträchtigter Menschen im Alltag und im Arbeitsleben fördern.
Hubert Hüppe machte deutlich, dass die Senioren die Digitalisierung nicht aufhalten wollen, im Gegenteil würde sie auch für ältere Menschen Erleichterungen schaffen. „Trotzdem muss vermieden werden, dass dadurch Menschen isoliert würden“ merkte Hüppe an und ergänzte: „So muss gerade im Umgang mit Behörden und dem Gesundheitsbereich ein analoges Angebot vorhanden sein. Zudem sollte möglichst überall erreichbar digitale Assistenz angeboten werden. Alte Leute benutzen zwar inzwischen zum größten Teil auch Smartphones, laufen aber auch nicht selten Gefahr, auf Betrüger im Internet hereinzufallen“.
