Der Verband Deutscher Vermessungsingenieure (VDV) hat auf seinem Bundeskongress am 9. Mai in Göttingen ein neues Präsidium gewählt und damit wichtige personelle Weichen für die Zukunft des Verbandes gestellt. Zugleich verabschiedete der Verband zwei prägende Persönlichkeiten der deutschen Geodäsie: Nach mehr als drei Jahrzehnten ehrenamtlicher Tätigkeit übergeben Wilfried Grunau und Burkhard Kreuter ihre Ämter an eine neue Generation. Beide haben das deutsche Ingenieur- und Vermessungswesen nachhaltig geprägt – weit über die Geodäsie hinaus.
Zum neuen Präsidenten wurde Markus Schäfer gewählt. Er folgt auf Wilfried Grunau, der das Amt über beeindruckende 33 Jahre hinweg prägte. Schäfer ist Diplomingenieur für Vermessungswesen und verfügt über langjährige Erfahrung in Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung. Nach Stationen an der Technischen Universität Braunschweig und in der Privatwirtschaft ist er heute Fachbereichsleiter für Ingenieurvermessung und BIM-Projekte beim Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung in Hamburg.
Neuer ehrenamtlicher Geschäftsführer ist Rainer Kießling, der die Nachfolge von Burkhard Kreuter antritt, der diese Funktion ebenfalls über 33 Jahre ausgeübt hat. Kießling ist Diplomingenieur (FH) für Vermessungswesen mit zusätzlichem Masterabschluss im Bereich Geoinformationssysteme. Er ist seit vielen Jahren im amtlichen Vermessungswesen des Landes Sachsen-Anhalt tätig, aktuell als Dezernatsleiter im Landesamt für Vermessung und Geoinformation, und engagiert sich seit langem in verschiedenen Funktionen im VDV sowie in der beruflichen Aus- und Weiterbildung.
Zum Schatzmeister wurde Ralf Gromadzki gewählt. Er übernimmt die Aufgabe von Michael Kilian. Das Amt des Schriftführers geht an Daniel Buchholz, der auf Ullrich Wille folgt. Bereits am Vortag hatte der Bundesvorstand aus seiner Mitte die Vizepräsidenten bestimmt. Neu in dieses Amt gewählt wurden Julia Lechner (München) sowie Paul Sterzik (Dortmund). Ullrich Wille (Schwerin) wurde in seiner Funktion bestätigt. Damit verfügt der VDV künftig über drei Vizepräsidenten – bislang waren es zwei.
Ausblick
Mit dem Generationenwechsel an der Verbandsspitze beginnt für den Verband Deutscher Vermessungsingenieure eine neue Phase. Der VDV blickt zuversichtlich auf kommende Aufgaben – insbesondere in der berufspolitischen Interessenvertretung, der Nachwuchsförderung und der Weiterbildung – und baut dabei auf die solide Grundlage, die die bisherigen Amtsinhaber über viele Jahre geschaffen haben. Das neue Präsidium wird die Interessen der Geodäsie und Geoinformatik weiterhin engagiert vertreten, zentrale Zukunftsthemen wie Digitalisierung und Fachkräftesicherung aktiv gestalten und den Verband zugleich mit Kontinuität und neuen Impulsen strategisch weiterentwickeln.
Dank und Würdigung
Der VDV würdigt das außergewöhnliche Engagement seiner langjährigen Führungspersönlichkeiten ausdrücklich. Grunau, Kreuter und Kilian haben über Jahrzehnte hinweg die deutsche Geodäsie, die berufspolitische Interessenvertretung der Vermessungsingenieure sowie die fachliche Weiterentwicklung des Berufsstandes entscheidend geprägt und den Verband über Jahrzehnte stabil, innovativ und verantwortungsvoll geführt. Ihr Wirken reicht weit über den Verband hinaus: Sie haben die Vernetzung auf europäischer Ebene gestärkt, die berufspolitische Stellung von Geodäten und Ingenieuren ausgebaut und Maßstäbe für fachliche Exzellenz gesetzt. Mit ihrer strategischen Weitsicht und ihrem konsequenten Eintreten für Qualität, Rechtssicherheit und Transparenz haben sie die Grundlage für zukünftige Entwicklungen im Vermessungswesen gelegt.
Verdienste von Wilfried Grunau und Burkhard Kreuter
Wilfried Grunau (*28. Mai 1958 in Aurich) hat die Geodäsie in Deutschland nicht nur durch seine langjährige Präsidentschaft im VDV geprägt, sondern auch über den Verband hinaus wichtige Impulse gesetzt. Er ist zudem seit 2014 Präsident des Zentralverbands der Ingenieurvereine (ZBI) und war mehrere Amtsperioden zugleich Präsident der European Group of Surveyors (EGoS), beides Spitzenverbände im deutschen bzw. europäischen Ingenieurwesen. In diesen Rollen hat Grunau die europäische Zusammenarbeit im Vermessungswesen gefördert, Innovationen vorangetrieben und die Position der deutschen Geodäten international gestärkt. Unter seiner Führung wurden zahlreiche berufspolitische Initiativen umgesetzt, Fachstandards gesichert und die Sichtbarkeit des Berufsstandes entscheidend erhöht. Für sein außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement wurde er vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Bundesverdienstkreuz. Auf Vorschlag des VDV wurde Grunau nun zum Ehrenpräsidenten ernannt.
Burkhard Kreuter (*23. Mai 1955 in Wuppertal) hat den VDV als ehrenamtlicher Geschäftsführer über drei Jahrzehnte hinweg mit großer fachlicher Kompetenz und strategischem Weitblick geleitet. Darüber hinaus ist Kreuter seit vielen Jahren Vorstandsmitglied der Ingenieurkammer Bau NRW, wo er die Interessen des gesamten Ingenieurwesens vertritt und die Vernetzung von Fachdisziplinen stärkt. Kreuter hat die organisatorische Stabilität des VDV gesichert, die berufspolitische Arbeit vorangetrieben und insbesondere die Schnittstellen zwischen Ingenieurwesen und Geodäsie nachhaltig gestaltet. Für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit wurde er mit der Verdienstmedaille des Bundesverdienstordens ausgezeichnet und nun zum Ehrenmitglied des VDV ernannt.
Ebenfalls zum Ehrenmitglied des Verbandes ernannt wurde der langjährige Schatzmeister Michael Kilian, der dieses Amt 23 Jahre lang innehatte und die finanziellen Geschicke des Verbandes verantwortete.
Über den VDV
Der Verband Deutscher Vermessungsingenieure (VDV) ist ein Berufsverband für Vermessung und Geoinformatik und vertritt bundesweit rund 5.000 Ingenieurinnen und Ingenieure, darunter Selbstständige ebenso wie Mitarbeitende in der Freien Wirtschaft, Angestellte und Beamte im Öffentlichen Dienst sowie Studierende. Der Berufsverband wurde 1949 in Essen gegründet und engagiert sich für die Förderung von Geodäsie, Geoinformatik und verwandten Disziplinen in Praxis, Wissenschaft und Gesellschaft.
